Berührend, lebendig und ziemlich provokativ

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9. September 2015
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Berührend, lebendig und ziemlich provokativ

Berührend, lebendig und ziemlich provokativ

Als männlicher Leser war ich zunächst etwas skeptisch, als ich las, das Buch sei „eine subtile literarische Analyse des Patriarchats jüdisch-christlicher Prägung“. Als ehemaliger Katholik habe ich es mir dann aber doch gekauft, weil mich interessierte, wie die Autorin den Stoff verändert hat.
Das Buch ist in einer einfachen, klaren Sprache verfasst und liest sich wunderbar flüssig. Es ist weniger feministisch als aus einer sehr weiblichen Sicht und aus der Perspektive einer modernen Frau geschrieben. Die Erzählung steigert sich von einem eher ruhigen Anfang zu einem fulminanten Ende, das völlig überraschend ist und ganz anders, als man es von den Evangelien her kennt. Nicht nur dieses Ende macht das Buch zu einer kleinen Revolution. Ich konnte mit dem Lesen nicht mehr aufhören, was mir nicht oft passiert. Die Autorin beschreibt die Ereignisse rund um die Kreuzigung derart packend, als hätte sie daneben gestanden. Die Erzählung ist lebendig und berührend, gleichzeitig ziemlich provokativ, denn sie stellt fundamentale Aspekte der katholischen Theologie existentiell infrage. Dadurch greift das Buch die Institution Kirche viel stärker an als manche andere romanhafte Bearbeitung des Stoffs. Die Erzählung hat 152 Seiten, und sie hätte ruhig noch länger sein können.

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