Jesus, weiblich ergänzt

Berührend, lebendig und ziemlich provokativ
9. September 2015
„Erlösen müssen Menschen sich schon selbst“
9. September 2015

Jesus, weiblich ergänzt

Jesus, weiblich ergänzt

Lena Naumann schreibt einen Roman, der sich die Rolle der Frau in der Kirche zum Thema macht. Mariam, die Hauptfigur, schließt sich Jesus an und wird später seine Geliebte. In Gesprächen analysiert sie mit ihrem messerscharfen Verstand althergebrachte Überzeugungen, z. B. fragt sie berechtigt, was an Reichtum schlecht sein soll, wenn man doch damit gute Taten und Missionswerke vollbringen kann. Sie will sich nicht einfach durch Gebote der Männerwelt unterdrücken lassen, will ihr eigenes Aufbegehren und ihren Zorn leben dürfen als Grundlage und Ankerpol für die Liebe, die sie der Welt zu geben hat. So kann auch Jesus manches von ihr lernen. Männliche Machtgier wird hier in der Person von Simon Petrus verkörpert, der sie wegen ihrer Rolle bei Jesus hasst und der sie gern loswerden möchte. Im kritischen Fall kann sie sich aber gegen ihn sogar mit einem Messer zur Wehr setzen. –
Im Lebensbereich Glaube/Religion hat sich die Emanzipation noch am wenigsten durchgesetzt, obwohl doch oft gerade Frauen gläubige Menschen sind. Insofern ist der Roman nicht nur notwendig, sondern geradezu überfällig. Die stellenweise biblische Diktion des Werkes entführt den Leser in die Zeit des antiken Palästina. Orte und Geschehnisse sind überzeugend recherchiert, aber im Roman natürlich romantisch angepasst.

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